Kunst & Kultur

Völker und Religionen

Im Laufe der Geschichte Marokkos kamen viele verschiedene Völker wie die Araber, Juden, Karthager, Römer, Mauren und Römer ins Land, die Einfluss auf die Entwicklung der heutigen marokkanischen Kultur hatten.

Das Königreich Marokko zählt zu den arabischen Staaten Nordafrikas und obwohl das Land in der Vorzeit „arabisiert“ wurde, ist der weiterhin bestehende Einfluss berberischer Kultur sehr hoch – dies ist vor allem bei den kulturellen Gütern wie Sprache, Architektur, Kleidung und Schmuck sehr auffällig. Eine ethnografische Differenzierung zwischen Berber und Araber ist im Land nach wie vor gewollt. In der Religion herrscht hier jedoch Einigkeit: Die Islamisierung der Bevölkerung durch die eingewanderten Araber wurde, bis auf ganz geringe Bevölkerungsteile, von allen angenommen und praktiziert.

Um die Kultur und Geschichte eines Landes wie Marokko zu entdecken und sich mit den Ursprüngen vertraut zu machen, lohnt sich ein Besuch der vielen Museen im Königreich. Jede Region ist stolz auf ihre Besonderheiten. Bestickte Stoffe, Keramik, Schmuck, Holzschnitzereien und Lederwaren sind die Prunkstücke marokkanischer Handwerkskunst. Aber auch die Museen für zeitgenössischen Kunst, wie zum Beispiel im französischen Kulturinstitut in Tanger, die vielen kleinen Galerien in Essaouira oder die Galerie Bab Rouah in Rabat, belohnen die Besucher mit neuen künstlerischen Positionen – meist einer Mischung aus traditionellen Elementen und moderner Kunst.

Kulinarisches Erlebnis und kosmetisches Glanzlicht – das Öl der marokkanischen Arganmandel

Das Argan-Öl ist universell einsetzbarNeben den unzähligen Köstlichkeiten des Orients und der Berberküche hält das Reise-Land Marokko mit dem Arganöl einen echten Geheimtipp bereit. Kennern ist dieses tief goldig schimmernde, exklusive Öl auch als marokkanisches Gold bekannt. Arganbäume wachsen in den südwestlichen Landesteilen Marokkos, die auch traditionelles Siedlungsgebiet der marokkanischen Berber sind. Es wird von marokkanischen Berberfrauen in purer Handarbeit hergestellt. Zur Erntezeit sind im südwestlichen Berbergebiet ganze Dorfgemeinschaften mit der Ölgewinnung beschäftigt. Die Berber freuen sich über gelegentliche Zaungäste und laden gerne auch den Reisenden ein, selbst mit Hand anzulegen. Der stachelige Baum wehrt sich mit seinen Eigenarten gegen jede Kommerzialisierungsbemühungen. So sind bisher Anbauversuche in anderen Landesteilen gescheitert. Die stacheligen Früchte lassen sich nicht vom Baum ernten, und so sammelt man die abgefallenen Mandeln vom Boden auf. Durch diese und andere Besonderheiten wird das Öl heute noch, in Marokko, auf traditionelle Weise gewonnen. Nach der Ernte wird das Fruchtfleisch entfernt und anschließend die äußere harte Schale mit einfachen Steinschlägen aufgebrochen. Die Mandel selbst wird dann in traditionellen Steinmühlen gemahlen und das Öl abgepreßt. Aus zwei Kilo Arganmandeln gewinnt man so einen Liter Arganöl. Werden die Mandeln vor dem Pressen geröstet, so gewinnt man ein sehr intensives Öl mit einem nussigen Geschmack, das Öl verfeinert Salate und läßt sich gut in die deutsche und italienische Küche integrieren. Das aus ungerösteten Mandeln gepreßte Öl findet, durch seinen neutralen Charakter mit geringem Eigengeschmack, in der Kosmetik Anwendung. Als Schönheitsmittel ergänzt es sich mit dem „Rasul“, dem marokkanischen Peeling. Auch als Hautöl, als Gesichtsmaske, in einer Haarkur in Ergänzung zur Haarwäsche wird es verwendet. Dabei ist dieses exklusive Öl nicht zum Schnäppchenpreis zu haben. Das Arganöl gehört zu den teuersten Speise- und Kosmetikölen überhaupt. Für einen Liter reines, unvermischtes und hochwertiges Öl sollte man nicht weniger als 80 Euro bezahlen.