Agadir

Agadir liegt ungefähr 500 Kilometer südlich von Casablanca und ist der Badeort Marokkos per se an der Atlantikküste, vor allem für Familien. Denn der Wellengang sind nicht zu stark und die Abschnitte führen flach ins Meer hinein.

Allerdings versprüht die 600.000 Einwohner große Hafenstadt Agadir selbst kaum einen Charme und das orientalische Flair sucht man dort vergebens. Nach dem großen Erdbeben von 1960 wurde sie fast vollkommen zerstört und ist heute eine moderne Atlantikmetropole. Nur noch die zerfallenen Überreste der über der Stadt gelegenen „Agadir Oufella“, die Festung von Agadir, zeugen von der doch weit zurückgehenden Geschichte Agadirs.

Badestrand der Plage d’Agadir

Strandpromenade von Agadir

Agadir eignet sich daher für einen Badeurlaub oder einen Badestopp, den man mit einer Kultur- oder Trekkingrundreise kombiniert. Mit einem 10 km langen feinen Sandband und bis zu 300 Sonnentagen im Jahr ist die Plage d’Agadir eine fast immerwährende Badedestination und größtenteils touristisch erschlossen mit Strandbars, sanitären Anlagen und gesäumt von großen Hotels. Der Strand beginnt im Norden beim Hafen (Marina) und reicht südlich bis etwas oberhalb der Flussmündung Souss.

Tagesausflüge und To Do’s in Agadir

  • Paradise Valley: Fata Morgana-ähnliche Oase mit türkisfarbenen Naturpools und Palmen vor terrassenförmig felsig-bewaldeter Kulisse 33 km im nordöstlichen Landesinneren mit Felsbecken und Wasserfällen zwischen Oliven- und Arganbäumen, die im Tal um den Fluss Tamrhakht wachsen. Hier kann man baden und auf den warmen Felssteinen relaxen oder einen Ausflug in die Berge machen.
  • Sandboarding an der Taboga Beach bzw. den Sanddünen von Timlalin: Der Strand befindet sich nördlich von Agadir mit sehenswerter Fahrt durch urtümliche marokkanische Landschaft
  • Kamelausflüge bei Sonnenuntergang: Mehrstündig, kosten etwa 20 bis 30 Euro
  • Taghazout Strand: Etwa 22 km nördlich von Agadir liegt das ehemalige Fischerdörfchen. In jüngster Zeit sind auch Jetski- und Quad-Angebote am Strand dazugekommen.

Kultur in Agadir

Das Museum für Kulturerbe Amazigh, das 2000 eröffnet wurde, ist der Kultur der Berber in und um Agadir gewidmet. Die Sammlung südmarokkanischer Volkskunst vom Ende des 19. Jahrhunderts bis in die Gegenwart, bietet Truhen, Teppiche, Trachten, Gebrauchs- und Kunstgegenstände mit traditionellen Motiven sowie intarisierte Türen. Im Museum werden auf ausführliche Weise die alten Traditionen des Landes dargestellt. Zudem kann eine umfangreiche Silberschmucksammlung mit Ketten, Ringen und fein ziselierten Spangen bestaunt werden.

Die „Agadir Oufella“ aus dem 16. Jahrhundert, auf dem oberen Ende der Strandpromenade, ist das Wahrzeichen Agadirs. Diese 400 Jahre alte Festung fiel ebenfalls dem Erdbeben in den 60er Jahren zum Opfer und steht durch ihre Zerstörung für die Geschichte und die Zukunft der Stadt. Der Aufstieg ist ein wenig steinig, jedoch lohnt sich die Panoramaaussicht über die Küste und auf das Meer.

Auch Agadir besitzt eine sogenannte Medina, die jedoch nach der kompletten Erdbeben-Zerstörung in den 60er Jahre etwas außerhalb der Stadt in Ben Sergao neu aufgebaut wurde. Es herrscht dort heute allerdings kein mittelalterliches Handelstreiben mehr und sie steht als kulturelles Erinnerungsdenkmal, das Urlauber durchschreiten können.

Reisezeit für Agadir

Als Badedestination empfiehlt sich Agadir wegen seinem subtropischen Klima fast ganzjährig – von Frühjahr bis Herbst. In Marokkos Hochsommer Juli und August erreicht das Thermometer bis zu 30° Celsius, selten mehr, da die Atlantikbrise die Küstenregion abkühlt. Da im Winter die Wassertemperatur nur bis zu 18° Celsius beträgt, ist es in dieser Zeit zu kalt für einen reinen Badeurlaub. Am besten besucht man Agadir von Juni bis November: Im Juni ist das Atlantikwasser 20° Celsius warm, die Luft 25° Celsius, im September herrschen 22° Celsius und 27° Celsius Lufttemperatur und es regnet quasi nicht.

Bearbeiten