Geografie & Naturraum

Das Königreich Marokko erstreckt sich auf einer Fläche von 458.730 Quadratkilometern im äußersten Nord-Westen des afrikanischen Kontinents (die Flächenangabe versteht sich exklusiv der umstrittenen und bekämpften Gebiete der Westsahara, welche nochmals eine Größe von 266.779 Quadratkilometern darstellen). Im Osten grenzt Marokko an Algerien und im Süden an Mauretanien.

Marokkos Hauptstadt ist Rabat und wird von 1,8 Millionen Menschen (mit Salé zusammen rund 2 Millionen) bewohnt. Die Gesamtbevölkerung des Landes beträgt nach den letzten Erhebungen 2010 insgesamt knapp 34 Millionen Einwohner. Das Land ist in 16 Regionen unterteilt – diese wiederum in 65 Provinzen.

Im Vergleich mit anderen afrikanischen Staaten ist Marokko flächenmäßig kein großes Land, in seiner Oberflächenform zeigt es jedoch ein überaus wechselvolles Bild. Im Wesentlichen lassen sich folgende natürliche Einheiten unterscheiden: die Küstenregionen im Norden und Westen; die atlantische Region mit der Marokkanischen Meseta; die montane Region mit dem Hohen und Mittleren Atlas und dem Rifgebirge; schließlich die transmontane Region mit den Plateaus im nordöstlichen Grenzgebiet, dem Antiatlas und den Beckenlandschaften im Randbereich der Sahara.

Mit einer Küstenlänge von 3446 Kilometern verschafft sich das Land eine enorm-maritime Fassade, und somit eine vorteilhafte geografische Position in der Region. Im Norden erstreckt sich die Mittelmeerküste von Saïda bis Cap Spartel mit 512 Kilometern – an der westlichen Atlantikküste von Cap Spartel bis Lagouira kommt es auf eine Küstenlänge von 2934 Kilometern. Die Mittelmeerküste ist überwiegend steil und felsig und weist viele Kaps und Buchten auf. Dagegen ist die Atlantikküste eine flache und kaum gegliederte Ausgleichsküste mit starkem Sandtransport und deshalb nur schlecht für Häfen geeignet. Von der Küste weiter ins landesinnere steigt das Gelände auf etwa 450 Höhenmeter an und wird zum zentralen Teil der Marokkanischen Meseta, einer weiten Tafellandschaft, welche auch als Binnenmeseta oder Hochebene von Marrakesch bezeichnet wird.

Neben den langen und weit gezogenen Küstenebenen wird das Land größtenteils von hohen Bergen dominiert, unter denen auch nicht wenige 4000er sind. Marokkos Relief besteht im Grunde aus 4 Hauptgebirgsketten: Rif-Gebirge, Mittel-Atlas, Hoher-Atlas und Anti-Atlas.

Das Rif-Gebirge befindet sich im Norden des Landes und verläuft entlang der Mittelmeerküste. Die höchste Erhebung des Gebirges ist der Djebel Tidigghine mit 2456 Meter Höhe. Im Durchschnitt steigen die Erhebungen dieser Gebirgskette auf eine Höhe von 1000 Meter. Die höchste Erhebung des Mittel-Atlas ist der Bou Naceur mit 3354 Meter. Das Gebirge befindet sich im Landeszentrum – südöstlich der Königsstädte Meknes und Fès und geht in den Hohe-Atlas über. In den Bergen des Mittel-Atlas befinden sich viele Wasserläufe oder Wadi, welche je nach Klimabedingung und Jahreszeit Wasser führen oder ausgetrocknet sind. In diesem Gebirge befindet sich auch der Alguelmane Sidi Ali – der größte Bergsee Marokkos.

Der Hohe-Atlas erstreckt sich mit einer Länge von bis zu 750 Kilometer bis weit über die Grenzen Algeriens. Mit 4165 Meter ist der Djebel Toubkal der höchste Berg. Im gesamten Gebiet dieses Gebirges können unterschiedliche Klimatypen – je nach geografischer Lage, ausgemacht werden. Diese reichen vom Mittelmeerklima in den nördlichen und westlichen Regionen, über ein im Sommer heißes und im Winter sehr kaltes Kontinentalklima im Landesinneren bis hin zu einem extrem trocken-heißen Wüstenklima im Osten und Süden des Landes. Südlich des Hohen-Atlas grenzt das Gebirge des Anti-Atlas an, welches weiter in Richtung Süden an Höhe abnimmt und langsam in die trocken-heißen Wüstengegenden übergeht. Seine östliche Fortsetzung ist der Jabal Saghro sowie der südlich parallel ziehende Jabal Bani.