Meknès

Stadttor von MeknesIm nördlichen Marokko liegt die Stadt Meknes, die mit einer sehr hohen Einwohnerzahl von fast einer Million beeindruckt. Die Stadt ist ein wichtiger Anlaufpunkt für Handel, Handwerk und Landschaft, hier herrscht ein heiteres Treiben. Auch Obst- und Gemüsehändler stehen hier täglich auf den überdachten Märkten und locken somit auch zahlreiche Touristen an. Nicht nur wirtschaftlich und industriell bietet Meknès eine Menge, auch kulturell und historisch wie die berühmten Palastanlagen. Dank der Medina und der Überreste des königlichen Palastes wurde Meknes zum UNESCO Weltkulturerbe erklärt.

Meknes verdankt seinen Namen dem Stamm der Meknassa, die vom Osten her kommend, sich zu Beginn des 10. Jahrhunderts an den Ufern des Flusses niederließen. Die almoravidische Festung Tagrart wurde 1063 erbaut und bildet den Mittelpunkt der Stadt. Die Almohaden als Nachfolger der Almoraviden, richteten ein Wasserversorgungsnetz ein. Unter den Meriniden wurde die Stadt beträchtlich vergrößert, aber erst im 17. Jahrhundert entschied sich der Alaouiten-Sultan Moulay Ismael, aus Meknès eine der schönsten, mächtigsten und sichersten Königsstädte des Landes zu machen. Noch heute ist die Stadt durch eine fast vierzig Kilometer lange Festungsmauer geschützt. Mit dieser Mauer konnten die beeindruckenden Sehenswürdigkeiten bewahrt werden, u. a. zahlreiche Moscheen, die der Stadt den Spitznamen „Stadt der hundert Minarette“ verliehen haben. Mit Hilfe von 30.000 Sklaven ließ Moulay Ismael weiterhin Gärten und Paläste von gewaltigen Ausmaßen errichten. Nach seinem Tod verlegten seine Nachfolger die Königsresidenz nach Fés. Während der Kämpfe um die Nachfolge wurden die Paläste von Meknes leider zerstört. Das Erdbeben von 1755 trug zur weiteren Verwüstung der Stadt bei. Erst nach 1912 bekam Meknes wieder eine entscheidende Bedeutung, als es zu einem der wichtigsten landwirtschaftlichen Zentren Marokkos wurde. Mit der Landwirtschaft der Saïs-Ebene (Getreide, Olivenbäume und Weinberge) kann die Stadt weiterhin wirtschaftliche Erfolge erzielen und florieren.

Zu den wichtigsten Moscheen der Stadt zählt die Große Moschee, die Jemaa el Kebir, die im 7. Jahrhundert gebaut wurde und mit ihren Toren mit atemberaubend schönen und in Stein gehauenen Vordächern beeindruckt. Die große Moschee besitzt 12 Eingänge und bildet den Mittelpunkt der Altstadt von Meknes.

Das Bab Mansour wird weltweit als eins der schönsten Stadttore betrachtet und wurde Anfang des 18. Jahrhunderts errichtet. Das Tor ist im wahrsten Sinne des Wortes die Tür zur Königsstadt, in der das Mausoleum des Sultans eine Sehenswürdigkeit bleibt. Direkt am Tor wurden früher Gerichtsverhandlungen abgehalten und die Köpfe der Hingerichteten ausgestellt.

Das Museum für Völkerkunde im Palast Dar Jamaï ist auf eine sehr harmonische Weise mit dem herrlichen andalusischen Garten verbunden. Stickereien mit Goldfäden, Porzellan und alter Schmuck bieten einen ausführlichen Überblick über den Glanz der vergangenen Zeiten des Königreichs sowie über die materielle und religiöse Kultur der Region.

Die Medina in Meknes ist eine der lebhaftesten Altstädte in Marokko. Auf dem Place El-Hedime, zwischen der Altstadt und dem Königsviertel, befindet sich der überdachte Souk. Bei Einbruch der Dämmerung wird dieser Platz immer belebter. In diesem Ambiente, dem Place Djamaa el Fna in Marrakesch vergleichbar, mit Feuerschluckern, Märchenerzählern, Schlangenbeschwörern und Gauklern werden Sie sich in einer völlig anderen Welt fühlen.

Die Medersa Bou Inania  wurde 1356 unter der Dynastie der Meriniden fertiggestellt und ist heute weiterhin eines der bedeutenden islamischen Bauwerke der Stadt. Der Innenhof mit Reinigungsbrunnen ist mit sehr schönen Fliesen und Holzschnitzereien ausgestattet. Das obere Geschoß, das von einer zedernholzgeschnitzten Galerie zum Innenhof hin begrenzt ist, beherbergt die engen Zellen der Koranschüler. Im 16. Jahrhundert wurde die Medersa um ein theologisches Institut erweitert.

Das Mausoleum Moulay Ismael ist eine von drei Grabmoscheen Marokkos, welche auch von Anders- bzw. Ungläubigen betreten werden darf. Durch einen mit glasierten Kacheln geschmückten Vorraum betritt man den von Arkaden umgebenen Innenhof und erreicht daraufhin den Vorraum des eigentlichen Mausoleums. Über den Gräbern Moulay Ismaels und seiner Söhne und Enkel schwebt ein riesiger Kronleuchter – neben den Gräbern stehen zwei große Standuhren, welche Geschenke vom Sonnenkönig Ludwig XIV. sein sollen.