Rabat

Das Mausoleum Mohamed V in RabatRabat ist seit 1956 die Hauptstadt des Königreiches Marokko. Die Stadt ist an der Atlantikküste gelegen und befindet sich ca. 200 Kilometer südlich der Hafenstadt Tanger und 120 Kilometer westlich von Meknès. Hier befinden sich der Sitz der Regierung sowie auch die Königsresidenz. Rabat gehört neben Fès, Meknès und Marrakesch zu den vier Königs- bzw. Sultanstädten des Landes.

Bei Ausgrabungen in der Nähe von Rabat, in den 30er Jahren des vergangenen Jahrhunderts, wurden Knochen des sogenannten Rabat-Hominiden gefunden, einer Spezies des Homo sapiens oder Homo erectus. Die gefundenen Schädelknochen und auch Steinwerkzeuge gehen auf eine neolithische Erstbesiedlung der Gegend um 100.000 v. Chr. zurück.

Rabat selber ist weit mehr als 1.000 Jahr alt. Die heute noch bestehenden Festungsanlagen zeugen von einer kriegerischen Vergangenheit seit der ersten Besiedelung durch Phönizier, den Römern und später von Berberstämmen. Diese errichteten hier die erste Befestigungsanlage, welche Ribat genannt wird – wovon sich auch der heutige Name Rabat ableitet.

Per Stippvisite in die Königsstadt Rabat: Besuchen Sie die Kasbah Oudayas, den Hassan Turm und das Mausoleum Hassan V.!

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Nach der Eroberung durch die Sunniten wurde sie zur wichtigsten Stadt ausgebaut. Nach längeren unbedeutenden Jahrhunderten für diese Stadt, kam sie erst wieder im 19. Jahrhundert durch den Niedergang der stets rivalisierenden Stadt Sale zur Geltung. Beide Städte sind heute miteinander verbunden und bilden die Region Rabat-Sale-Zemmour-Zaer. Allerdings leben in Sale mehr Menschen, was auf den hohen Arbeiteranteil zurückgeht.

Zu Beginn des 19. Jahrhunderts wurde neben der Medina die Ville Nouvelle errichtet, die Neustadt von Rabat. Hier sind die Banken und Hotels in prunkvollen Kolonialbauten im Art-déco-Stil untergebracht. Ergänzt wurde das Handelszentrum von der Post und dem Bahnhof.

Rabat gliedert sich in mehrere Stadtteile auf. Im Zentrum ist die Medina, die Altstadt. Sie ist von einer über fünf Kilometer langen Stadtmauer umgeben. Vier Eingangstore führen in das Innere der Kasbah, der inneren Befestigungsanlage der Altstadt. Die Gassen dort sind im Gegensatz zu fast allen anderen Städten in Marokko deutlich breiter gestaltet. Hier liegt die älteste Moschee der Hauptstadt, die Jama al Atiq aus dem 12. Jahrhundert. Neben den zahlreichen Festungsanlagen ist auch der aus französischer Besatzungszeit angelegte „Andalusische Garten“ zu besichtigen, daneben ist das Museum für Kunsthandwerk, das Musee des Oudaias.

Das Oudaia-Tor ist der Haupteingang zur Kasbah Rabats. Der Name rührt aus der frühen Zeit der Besiedlung dieses Gebietes; Berber ließen sich hier im 8. Jahrhundert nieder und errichteten im 10. Jahrhundert auf dem Oudaiafelsen eine Klosterburg, genannt Ribat. Die Kasbah liegt am Steilfelsen über der Atlantikküste oberhalb der Mündung des Bou Regreg. Das Tor selbst wurde von den Almohaden erbaut. Der Bau an sicher erscheint sehr einfach, doch die reiche Verzierung auf Vorder- und Rückseite lässt es zu einem wahren Kunstwerk werden. Außerdem geht das Tor über drei Etagen.

Die Stadtmauer entstand mit der Gründung der Stadt Ribat el Fath unter Youssuf Yakub el Mansour (1148-1199), die dann auch die Hauptstadt seines Reiches wurde. Er ließ ebenfalls eine große Moschee bauen, diese wurde jedoch nie vollendet. Die Überreste des geplanten Sakralbaus befinden sich rund um den Hassan-Turm, welcher das Minarett der Moschee darstellen sollte. Anhand des Turmes und den ihm umliegenden Säulen, kann man die Dimension der geplanten Moschee erfassen.

Besonders stolz ist man auch auf die weiß-blauen Gassen, die sich durch die Altstadt schlängeln, sowie die andalusischen Gärten; das Wissen um die kunstvoll angelegten Gärten brachten die Mauren aus Spanien mit.

Die Lage an der Atlantikküste lädt natürlich auch zu Badeausflügen ein die wohl bekanntesten Strände rund um Rabat sind Golden Sand, Skhirat, Temara, Krick Rock und Petits Contrbandiers.

Im Archäologischen Museum wird ein guter Überblick über die Geschichte Marokkos dargestellt. In ihm befindet sich die Königsstatue aus weißem Marmor. Darüber hinaus sind viele weitere Gegenständen von unschätzbarem Wert sowie das Museum der marokkanischen Künste und das Institut für Erdwissenschaften.

Der Königspalast (Mischua) wurde in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts an Stelle des alten Palastes erbaut und dient noch heute als Hauptresidenz des Königs. Das Innere wird wohl allen normalsterblichen für immer verborgen bleiben, doch allein die Fassade ist einen Besuch wert. Die Außenmauern bestehen aus Sandstein und sind bemalt. Das „große Tor“ führt zum Thronsaal und wurde 1957 von Mohammed V. erbaut. Um der Gewichtigkeit dieses Durchgangs gerecht zu werden, ist es nur aus den erlesensten Materialen errichtet. Das Tor besteht aus Zedernholz, verkleidet mit Bronze, ruhend auf Säulen aus Carrara-Marmor. Die Ornamente sind aus echtem Mosaiken. Das Portal besteht aus gelbem Stein und der Paradeplatz ist betretbar.

Weiter außerhalb am Stadtrand Rabats befinden sich neue Geschäftsviertel mit der Nationalbibliothek und auch der Universität der Hauptstadt Marokko, der größten des Landes.