M’goun

Der Djebel M’Goun (auch Ighil M’Goun genannt) ist mit seinen 4068 Meter Höhe nach dem Djebel Toubkal (4167 Meter, etwa 100 Kilometer westlich gelegen) und dessen Nachbargipfel, dem Djebel Ouanoukrim (4089 Meter), der dritthöchste Berg Marokkos bzw. Nordafrikas. Der M’Goun liegt etwa 20 Kilometer südlich des Dorfes Agouti im Aït Bougoumez-Tal. Der hier quellende Assif M’Goun entspringt an der Ostflanke und bildet zusammen mit anderen kleinen Nebenflüssen den Oued Drâa.

Das Bergmassiv des M’Goun hat keinen markanten oder dominanten Gipfel, sondern eine beinahe 10 Kilometer lange Gipfelkette, deren Höhenlage stets um 3500 bis 4000 Meter schwankt. Die Aussicht vom M’Goun scheint grenzenlos zu sein. Bei guten Wetterverhältnissen schweift der Blick von den Gipfeln des Hohen-Atlas über jene des Anti-Atlas bis zum Djebel Saghro und hinab zum grün schimmernden Grund des Oued Dades. Hier befindet sich die Heimat der Imazighen, der „freien Menschen“, wie sich die Berber mit gewissem Stolz selbst nennen.

Eine für bergunerfahrene Touristen mögliche Besteigung des M’goun ist meist in den Sommermonaten (Mai bis September) möglich – hierbei folgt man der dreitägigen Nord-Süd-Querung von Agouti aus und endet in Amezri. Während der Querung durchläuft der Besucher eine Berglandschaft voll stiller Täler, rauer Gebirgszüge und zerklüfteter Schluchten. Dabei kann man unterwegs den Halbnomaden begegnen, die während der kurzen Sommermonate mit ihren Herden über die Hochweiden ziehen und dabei in Höhlen Unterschlupf suchen (Transhumanz-Almwirtschaft).

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Marokko

M´Goun-Trekking, Dünen und Basare
16 Tage Trekking- und Kulturreise ab 1740 EUR

  • Für kulturinteressierte Trekkingfreunde
  • Perfekte Mischung aus Trekking, Wüste und Kultur
  • Besuch der Königsstädte Rabat, Meknes und Fes

M´Goun-Trekking, Dünen und Basare

Ein Reisebericht einer 16 Tage Trekking- und Kulturreise im Mai 2014

Ich hatte sehr konkrete Vorstellungen darüber, wie mein Urlaub aussehen sollte: nicht zu lang sollte er sein, also durfte auch die Anreise nicht ewig dauern – trotzdem wollte ich Neues, Unbekanntes entdecken und erleben. Aktiv wollte ich meinen Urlaub verbringen, wobei der kulturelle Teil und spannende Städte nicht zu kurz kommen sollten. Und natürlich jenseits der ausgetretenen Touristenpfade … Außerdem durfte natürlich die Reisekasse nicht überstrapaziert werden. Es gibt wenige Destinationen, die all diesen Ansprüchen gerecht werden können; eine davon ist sicherlich Marokko.

Eine Trekkingtour durch den Hohen Atlas mit der Besteigung des zweithöchsten Berges Marokkos – dem M´Goun schien mir da genau das Richtige zu sein.

Auf dieser knapp zweiwöchigen Rundreise sollten ich und meine fünf Reisebegleiter nicht nur einmalige Wandermomente in atemberaubender Landschaft erleben. Wir mussten uns den Gipfel des Jebell M`Goun bei schönstem Wetter mit niemandem teilen und haben quasi nebenbei drei von vier Königsstädte besucht, die Sahara gestreift und viele nette Marokkaner kennengelernt.

Vom ersten Augenblick an waren wir in besten Händen: nämlich in denen von unserem lokalen Reiseleiter Halid, der uns schon am Flughafen von Fès empfing und uns zwei Wochen lang jeden Wunsch von den Lippen ablesen sollte; aufgrund seiner guten Deutschkenntnisse hat uns der gebürtige Marokkaner einen sehr tiefen und gefühlvollen Einblick in seine Kultur und vor allem in seinen religiösen Alltag gewährt. Ohne Halid wären uns sicherlich viele interessante Fakten zu Land und Leuten verschlossen geblieben und damit das Erlebnis nur unvollständig.

Allein das Eintauchen in die engen Gassen der Medina sei es in Fès oder Marrakesch versetzt uns in eine vollkommen fremde Welt in der man froh und dankbar ist, wenn jemand einem diese Welt erklärt und dann auch wieder rausführt! Es ist für uns Mitteleuropäer sicher nicht immer ganz einfach und nachvollziehbar, wie Menschen in einer muslimisch geprägten Gesellschaft leben und miteinander umgehen. So wirft nicht nur die wunderschöne Architektur unzählige Fragen auf, auch der Islam kommt uns sehr rätselhaft vor.

Wie berauscht fahren wir Richtung Süden fast bis zur Grenze zu Algerien um eine unglaubliche Dünenlandschaft vorzufinden wie die meisten sie nur aus dem Kino kennen. Die Meeressanddünen von Erg Chebbi bieten die beste Kulisse, um die Informationsfülle der vergangenen Tage zu verdauen. Auf dem Höcker eines Dromedars schaukelnd kann man schön seinen Gedanken nachhängen …

Der beste Teil unserer Marokkoreise war in meinen Augen ganz klar das Trekking zum M´Goun! Tagelang ging es durch eine immer enger werdende Schlucht. Ständig mussten wir die Hosenbeine höher krempeln bis wir dann an der keine zwei Meter breiten und damit engsten Passage fast hüfttief gegen die Strömung laufen mussten. Flankiert von meterhohen, fast senkrechten Felswänden erreichten wir schließlich unser Basislager am Fuße des M´Goun. Auf unserem Weg hierher hatten wir immer wieder die Gelegenheit die Gastfreundschaft der Einheimischen zu genießen, so dass wir nicht jeden Abend unsere Zelte aufstellen mussten. Am Gipfeltag herrschten beste Bedingungen: strahlend blauer Himmel und absolute Windstille! Außerdem waren wir die einzigen auf dem Gipfel.

Technisch war das Trekking zwar raffiniert aber nicht wirklich anspruchsvoll und durch die sehr tüchtige und hilfsbereite Begleitmannschaft hatte man als Reisegast die besten Bedingungen um alles in Ruhe zu genießen. Über zwei Pässe gelangten wir ins „Tal der Glücklichen“ wo unser Fahrer uns schon erwartete. Das Pflichtprogramm auf dem Weg nach Marrakesch an den beeindruckenden Wasserfällen von Ouzoud haben wir gerne absolviert, und in Marrakesch selbst vor großartiger Kulisse die Reise ausklingen lassen.

Allein diese geheimnisvolle Stadt ist eine Reise nach Marokko wert und wenn es irgendetwas an der Planung und Ausführung dieser Reise zu bemängeln gibt, dann die Tatsache, dass für Marrakesch nicht genug Zeit vorgesehen war! Für uns alle stand nach gut zwei Wochen fest, dass jeder von uns sicher irgendwann nach Marokko zurückkehren wird!

Marco Grünler