Chefchaoun

Zwischen den Gipfeln der beiden Berge Djebel Kalaa (2050 Meter) und Meggou (2123 Meter) gelegen wirkt Chefchaouen wie ein romantisches Städtchen mit blau und weiß gekalkten Häusern, die sich terassenförmig an den Berghängen anordnen. Die Stadt befindet sich in den Ausläufern des Rif-Gebirges im Norden des Landes, in der Region Tanger-Tétouan. Die Einwohnerzahl beträgt ca. 36000.

Chefchaouen wurde 1471 von Moulay Ali ben Raschid gegen die Einflussnahme der vordringenden Christen gegründet, welche viele Städte des Norden angriffen und in Besitz nahmen. Die durch die Reconquista aus Spanien vertriebenen Mauren siedelten sich nach und nach in der als heilig geltenden Stadt an. In der Folge war es weiterhin den Christen verboten die Stadt zu betreten – allerdings war es jüdischen Gemeinden erlaubt ihren Glauben hier zu praktizieren. Gerade die jüdischen Handwerker stellten wunderschöne Lederarbeiten her, was Chefchaouen bis heute berühmt macht. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurde Chefchaouen Hauptbasis der spanischen Protektoratsarmee – erst 1956 endete die spanische Vorherrschaft.

Das reizvolle Städtchen erkundet man am besten zu Fuß. In den letzten Jahren wurde die Altstadt sehr intensiv restauriert, was Chefchaouen zu einem wichtigen Touristenzentrum des Norden Marokkos entwickeln liess.

Die mit Kieselsteinen gepflasterten alte Medina mit ihren vielen verwinkelten Gassen ist ein wunderbares Beispiel für andalusisch-arabische Einflüsse in Architektur, Kunst und Wohnkultur – vor allem auf dem zentralen Platz Outa-el-Hammam ist dies sehr gut zu spüren. Beim Verweilen auf den vielen Caféterassen, kann der Besucher einen herrlichen Blick über die große Moschee Tarik-Ben-Ziad geniessen. Das stark kunstverzierte achteckige Minarett lehnt sich an das Minarett der Torre de Oro in Sevilla an. Die andalusische Architektur ist auch in der von Pascha Ahmed Errifi erbauten Kasbah aus dem 17. Jahrhundert und ihren Gärten im Herzen der Medina wiederzufinden. Ihre Mauern und elf mit Zinnen versehenen Türme, von dem einer als befestigter Hauptturm diente, beherbergen ein interessantes Volkskundemuseum. Die hier ausgestellten Trachten, Textilien, Instrumente, Waffen und Keramiken dokumentieren das Erbe der anadlusisch-arabischen Kultur der Region. In den letzten Jahren sind die für die Stadt bekannten aufdringlichen Haschischverkäufe an Touristen sehr drastisch zurückgegangen.