Anti-Atlas

Der Anti-Atlas ist das südliche Großgebirge Marokkos. Es erstreckt sich von Norden nach Süden bei Ouarzazate bis an den Rand der Sahara (Hamada) sowie von Ost nach West – von Erfoud im Tafilalt bis an den Atlantik bei Tan-Tan. Der etwa 300 Kilometer lange und bis zu 2.500 Meter hoher Gebirgsriegel, nimmt in Marokko eine Sonderstellung ein. Diese Gebirgslandschaft ist geprägt von steil aufragenden Granitwänden und fast vegetationslosen Steinwüsten, unterbrochen von fruchtbaren Oasentälern. Geradezu grotesk mutet dieser gnadenlose Überlebenskampf winziger, saftig-grüner Inseln an und genauso irreal erscheint uns ein pflügender Bauer in den vegetationslosen Hochplateaus und Geröllwüsten.

Die Berge wirken wie eine Mondlandschaft – fantastisch in Gestalt und Form, rotbraune Felsnadeln, die den Himmel berühren: Der Antiatlas bietet die spektakulärste Bergszenerien Nordafrikas. Die Wege durch die grünen Hänge des Dadès-Tals sind gesäumt mit hohen Tafelbergen und tiefen Schluchten.

Seit jeher wird der Antiatlas von den Chleuh-Berbern bewohnt, deren Siedlungszentrum Tafraoute, im Tal der Ammeln, ist. Die schwierige Subsistenzwirtschaft zwang viele Bewohner entweder zum gemeinsamen Wegzug aus der Region oder ein einzelnes Familienmitglied verdient über das ganze Jahr hinweg das Geld für die Familie in der Stadt. Dieser Entwicklung stand der touristische Ausbau der Region entgegen: Viele Familien verdienen nun auf diesem Sektor ihr Geld.

Lohnenswert sind die Besuche der wehrhaft anmutenden Dorfanlagen (Ksare) in der Region um Tafraoute. Vor allem der spektakulär auf einer Bergkuppe gelegene Ksar Tizourgane sollte einen Besuch erfahren: In naher Zukunft soll ein Teil der Speicherburg zu einem Museum zur Geschichte und Kultur der Berber erweitert werden.