Atlasgebirge

Das Atlasgebirge ist ein Falten- bzw. Hochgebirge im Nordwesten Afrikas, das sich etwa 2300 Kilometer weit über die Staaten Marokko, Algerien und Tunesien erstreckt. In der griechischen Mythologie markierte das Atlasgebirge das westliche Ende der damals bekannten Welt. Hier stand der zu Stein erstarrte Titan Atlas, dazu verdammt das Himmelsgewölbe auf seinen Schultern zu tragen.

Seine größten Höhen erreicht das Atlasgebirge im Hohen Atlas, der Marokko von der atlantischen Westküste über 700 km in nordöstlicher Richtung bis zur algerischen Grenze durchzieht. Seine steilen Gipfel und schroffen Formen, die sich bis in die Schneeregionen erheben, verleihen dem mächtigen Faltengebirge vor allem in seinem westlichen Teil Hochgebirgscharakter. Hier liegt auch der höchste Berg, der Djebel Toubkal (4167 Meter). Nach Nordosten flacht der Hohe Atlas allmählich gegen Algerien ab, wo er in den Saharaatlas übergeht. Das Gebirge bildet eine klimatisch-markante Scheidelinie zwischen dem feuchten Klima des äußersten Nordens Westafrikas und der extrem trockenen Sahara. Prähistorische Felszeichnungen im Hohen Atlas und Anti-Atlas zeugen von der frühen Besiedlung der Region. Als ursprüngliche Bewohner des Maghreb leben die Berber heute in festungsartig gebauten Siedlungen (Ksar) oder Dörfern, die sich in tief eingeschnittene Täler mit Terrassenfeldern an kargen Berghängen drängen.

Das Rif-Gebirge ist ein junges Faltengebirge im nördlichen Teil Marokkos. Es ist Teil des nordafrikanischen Atlassystems und zeiht sich als Gebirgszug zwischen der Straße von Gibraltar und dem Kap Ra’s Wuruq dem Bogen der Mittelmeerküste bis zu 350 Kilometer entlang. Die höchsten Erhebungen sind  bis 2456 Meter hoch. Bewohnt wird das Rifgebirge seit langer Zeit von unterschiedlichen von Berberngruppen (auch Rifkabylen genannt), die auch heute noch Getreideanbau sowie Schaf- und Ziegenzucht in Wanderweidewirtschaft (Transhumanz, Almwirtschaft) betreiben.