Tafraoute

Tafraoute liegt auf den ersten Blick in einer unwirtlich wirkenden Gegend: steile Berghänge und zersplitterte Granitfelsen umgeben die 1000 Meter über N.N. liegende Stadt des westlichen Antiatlas. Der nahe gelegene Djebel Lekst mit seinen 2359 Meter Höhe scheint die Stadt zu beherrschen.

Geschichtsquellen sagen über die Stadtentstehung bis hin zur Gegenwart fast nichts aus. Das Städtchen war bislang ein von Almwirtschaft und Landwirtschaft geprägtes Berberdorf. Die fehlende Schrift der Berber ließ die Geschichte der Stadt vergessen. Dafür ist die Landschaft und die Bauweise der Stadt umso interessanter, weshalb der Ort heute als wirtschaftliches und touristisches Zentrum des westlichen Antiatlas gilt.

Die Häuser der Bewohner schmiegen sich an die Felswände – sie werden auch heute noch von den Berbern der Chleuh bewohnt. In oder bei den Häusern entspringen jeweils kleine Wasserquellen zwischen Steinen, was die Gegend auf den zweiten Blick sehr fruchtbar macht: die Gärten und Plantagen sind gut arrangiert. Dattelpalmen sowie verschiedene Obst- und Nussbäume bieten Gemüse-, Korn-, Mais und Hirsepflanzungen den benötigten Schatten. Weiterhin wachsen hier auch dichte Büsche indischer Feigen.

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Tafraoute ist das Zentrum des „Tal der Ammeln“. Diese sind eine Berbergruppe der Chleuh, die in den umliegenden kleinen Bergdörfern verstreut lebt. Die Ammeln heiraten ausschließlich endogam – somit bleiben sie unter sich, weshalb es auch keinem Fremden (der nicht im Tal der Ammeln geboren wurde) erlaubt ist, in dieser Gegend Haus und Hof zu kaufen. Der Reichtum der Ammeln spiegelt sich in ihren Häusern und Höfen wider. Die Möglichkeit einer Einladung in ein Haus der Ammeln wird dies bestätigen: hinter den undurchdringlich erscheinenden Mauern verbergen sich Reichtum, Schönheit und Stolz.

Ein Ausflugsziel in Agard-Oudad, in der direkten Umgebung, ist der so genannte „Chapeau de Napoléon“ (Napoleonshut) – ein sehr seltsam geformter Felsen. Bei der Besteigung dieses Felsens kann man, vorbei an Mauerresten längst verlassener Häuser, von seinen Hängen ein wunderschönen und interessanten Ausblick über die umliegenden Dörfer, Gärten und Felder genießen.

Im Februar findet in Tafraoute das „Fest der Mandelblüten“ statt. Wenn die Mandelbäume in der ganzen Gegend zu blühen beginnen, scheint die gesamte Region wie gemalt. Anlässlich dieses Ereignisses haben die Bewohner ein eigenes Fest ausgerufen, welches natürlich auch Gäste in die Region locken soll.

Der belgische Künstler Jean Vérame, hat unweit der Straße südlich von Agard-Oudad riesige, von der Erosion rundgeschliffene Granitblöcke mit leuchtend bunten Farben angemalt – die „Blauen Steine“. Ein Spaziergang zu den Steinen lohnt sich, allerdings sind diese zum Teil auch wieder von anderen Künstlern übermalt worden.