Casablanca

Die Moschee Hassan II in CasablancaAuf eine frühe Besiedlung der Gegend lassen die Funde einer Altsteinzeitsiedlung im Steinbruch “Sidi Ahmed er Rahman”, 11 Kilometer von Casablanca entfernt und Funde fossiler Schädelfragmente, aus denen der erste “homo sapiens” rekonstruiert werden konnte, schließen. Geschichtlich nachweisbar ist die Berbersiedlung Anfa aus dem 8. Jahrhundert, auf deren Grundmauern die heutige Stadt entstand.

Im 15. und 16. Jahrhundert beeinflussten zahlreiche Übergriffe der Portugiesen auf die Atlantikküste (im ständigen Kampf gegen Piraterie) stark die Entwicklung der Stadt, bis sie schließlich im Jahre 1496 von der portugiesischen Armee Don Ferdinands komplett verwüstet wurde. Ein weiterer Überfall portugiesischer Truppen fand im Jahre 1515 statt. 1575 wurde die Stadt gänzlich von den Portugiesen besetzt und erhielt den Namen Casablanca. Die Besetzung dauerte bis zum Jahre 1755, als ein Erdbeben die Stadt zerstörte und die Portugiesen zwangsweise ihr Quartier räumen mussten.

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Im 18. Jahrhundert wurde die Stadt von Arabern unter dem Namen Dar el Beida neu gegründet. Spanische Kaufleute ließen sich ebenfalls dort nieder und gaben der Stadt den Namen Casablanca. Unter dem alouitischen Sultan Sidi Mohammed Ben Abdallah blühte die Stadt erneut auf – er ließ religiöse Schulen und öffentliche Bäder für die Bevölkerung bauen. Unter der Herrschaft von Moulay Hassan (1873 – 1894) zählte die Stadt 20.000 Einwohner.

Ende des 19. Jh. siedelten sich zahlreiche Europäer in Casablanca an. 1906 sollte der Hafen ausgebaut werden. Bei den Arbeiten kam es zu Überfällen auf französische Bauarbeiter, da ein Friedhof der Stadt bei Bauarbeiten entweiht worden war. Die darauffolgenden Unruhen wurden brutal von den Franzosen niedergeschlagen und die Stadt neu besetzt. Wieder siedelten sich viele Europäer in Casablanca an. Der Ausbau des Hafens nach dem Ersten Weltkrieg, diesmal unter französischem Namen, legte den Grundstein zur wirtschaftlichen Entwicklung der Stadt. Die nahen Phosphatlager machten die Stadt zur wichtigsten Handelsmetropole; sie wurde zum Wirtschaftszentrum ausgebaut, zahlreiche schöne Kolonialbauten und Villen wurden errichtet. Casablanca konnte seine Stellung als Wirtschaftsmetropole auch nach der Kolonialzeit halten und ist jetzt die bedeutendste Stadt des Landes.

Casablanca ist eine internationale Metropole mit wenigen alten Bauwerken und geringen marokkanischen Kulturelementen. Geprägt ist sie aber vom französischen Kolonialismus – mit breiten Boulevards und französisch inspirierten Stadthäusern aus den 30er und 40er Jahren, ergänzt durch neue Hochhäuser und Gebäude in neuorientalischem Stil. Museen, Kinos, Cafés, Restaurants, Discos – alles ist hier zu finden.

Die Moschee Hassan II in CasablancaWohl kaum ein Besucher Casablancas lässt sich eines der berühmtesten Gotteshäuser der Welt entgehen: die Moschee Hassan II ist die zweitgrößte Moschee weltweit, über 20.000 Menschen können zeitgleich im Innenraum beten, auf dem Vorplatz finden weitere 80.000 Platz. Außer an Freitagen können Menschen aller Konfessionen sie im Rahmen einer Führung besichtigen. An Superlativen wurde hier nicht gespart: über sieben Jahre lang wurde mit Hilfe von bis zu 30.000 marokkanischen Arbeitern der Bau fertig gestellt. Das Minarett zeigt 210 Meter in die Höhe. Das 1.100 Tonnen schwere Dach öffnet sich automatisch in nur fünf Minuten, auf der Kuppel des Minaretts befindet sich ein Laser, dessen Strahl Richtung Mekka weist. Die Moschee wurde zum 60. Geburtstag des damaligen Königs Hassan II erbaut und am 30. August 1993 eingeweiht. Gedacht war sie als die „Moschee des Volkes“, welches allerdings die horrenden Baukosten mittels Steuern begleichen musste und nicht nur Oppositionelle auf die Barrikaden trieb. Sie gilt als gelungene Verbindung von Religion und Weltoffenheit – neben zahlreichen Gebeträumen befinden sich auch ein Museum, ein Hammam und diverse Konferenzräume auf der riesigen Anlage -, die neueste Technik steht neben altem Kunsthandwerk – eine Satellitenverbindung sichert den Kontakt zu den weltweit größten Bibliotheken mit der Moscheeeigenen ab.

Auf dem Mohammed-V.-Platz kreuzen sich die Avenue de I’Armee Royale, mit den wichtigsten Hochhäusern der Stadt, und die Av. Hassan II. Der Place Mohammed V. gilt mit seinem Springbrunnen als der schönste Platz Casablancas. Hier befindet sich das Rathaus mit einem Uhrenturm, der Justizpalast, das Stadttheater, die Staatsbank und der Park der Arabischen Liga. Dieser Park wurde im Jahre 1918 mit einem Wasserbassin, vielen Spazierwegen und einem Stadion geschaffen.

An der nordwestlichen Ecke der Parkanlage befindet sich die etwas heruntergekommene ehemalige Kathedrale Sacre-Coeur. Sie wurde im Jahre 1930 von den Franzosen erbaut, nach deren Abzug in eine Moschee umgewandelt und jetzt zu einem Kulturkomplex umgebaut wurde.