Agadir

Agadir liegt ungefähr 500 Kilometer südlich von Casablanca und ist der Badeort Marokkos per se an der Atlantikküste. Der kilometerweite feine Sandstrand lädt zum Relaxen, Surfen und Baden ein. Allerdings versprüht die Stadt selber kaum einen Charme. Nach dem großen Erdbeben von 1960 wurde sie fast vollkommen zerstört. Nur noch die zerfallenen Überreste der über der Stadt gelegenen Kasbah zeugen von der doch weit zurückgehenden Geschichte Agadirs.

Wie auch Essaouira wurde Marokko offiziell von den Portugiesen als Seefahrer- und Hafenstadt gegründet. Die erste Erwähnung geht auf das Jahr 1505 zurück. Mitte des 16. Jahrhunderts wurden die Portugiesen von den Saadiern auf ihrem „heiligen Kreuzzug“ vertrieben, nachdem die Stadt fast ein halbes Jahr lang belagert wurde. Nach den Saadiern bemächtigten sich die Alaouiten im 18. Jahrhundert der Stadt. Sie schlossen den Hafen und verlegten die gesamte Fischerei- und Handelswirtschaft nach Essaouira. Erst zu Beginn des 20. Jahrhunderts ist Agadir wieder aus einer Art „Dornröschenschlaf“ erwacht – wenn auch unfreiwillig. 1911 schickt Preußen einen Kreuzer in die Reede von Agadir, wo er versucht, einen Marinestützpunkt zu installieren. Frankreich widersetzt sich und erzielt dabei eine diplomatische Lösung bezüglich deutscher Ansprüche. Dafür gibt es einen Kongoteil zugunsten Deutschlands auf, wodurch Marokko mehr und mehr in französischen Einfluss gerät. 1912 wird Frankreich schließlich Protektoratsmacht. Nach der Unabhängigkeit und bis 1960 war Agadir eine schöne und blühende Stadt am Atlantik. Das Erdbeben zerstörte jedoch alles und tötete 10000 bis 15000 Menschen.

Der Strand von Agadir ist für sich bereits eine Einladung zur Entspannung. Mit einem 10 km langen feinen Sandband und bis zu 300 Tage Sonne im Jahr, sind Erholung und ausgiebige Sonnenbäder garantiert!

Das Museum für Kulturerbe Amazigh, das 2000 eröffnet wurde, ist der Kultur der Berber in und um Agadir gewidmet. Die Sammlung südmarokkanischer Volkskunst vom Ende des 19. Jahrhunderts bis in die Gegenwart, bietet Truhen, Teppiche, Trachten, Gebrauchs- und Kunstgegenstände mit traditionellen Motiven sowie intarisierte Türen. Im Museum werden auf ausführliche Weise die alten Traditionen des Landes dargestellt. Zudem kann eine umfangreiche Silberschmucksammlung mit Ketten, Ringen und fein ziselierten Spangen bestaunt werden.

Die Kasbah aus dem 16. Jahrhundert, auf dem oberen Ende der Strandpromenade, ist das Wahrzeichen Agadirs. Es steht durch ihre Zerstörung für die Geschichte und die Zukunft der Stadt. Der Aufstieg ist ein wenig steinig, jedoch lohnt sich die Panoramaaussicht über die Küste und auf das Meer.