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Tafraoute

Die Dattelpalmenoase Tafraoute liegt auf den ersten Blick in einer unwirtlich wirkenden Gegend: steile Berghänge und zersplitterte Granitfelsen umgeben die auf 1000 Meter Höhe liegende Stadt des westlichen Anti-Atlas. Der nahe gelegene Djebel Lekst mit seinen 2359 Meter Höhe scheint die Stadt zu beherrschen. Das Städtchen war bislang ein von Almwirtschaft und Landwirtschaft geprägtes Berberdorf und es gibt kaum Aufzeichnungen über ihre Entstehung.

Warum nach Tafraoute reisen?

Speziell die Landschaft und die Bauweise der Stadt sind umso interessanter, weshalb der Ort heute als wirtschaftliches und touristisches Zentrum im westlichen Anti-Atlas gilt. Die Häuser der Bewohner schmiegen sich an die Felswände – sie werden auch heute noch von den Berbern der Chleuh bewohnt.

In oder bei den Häusern entspringen jeweils kleine Wasserquellen zwischen Steinen, was die Gegend auf den zweiten Blick sehr fruchtbar macht: die Gärten und Plantagen sind gut arrangiert.  Dattelpalmen sowie verschiedene Obst- und Nussbäume bieten Gemüse-, Korn-, Mais und Hirsepflanzungen den benötigten Schatten. Weiterhin wachsen hier auch dichte Büsche indischer Feigen.

Highlights nahe Tafraoute

Im Tal der Ammeln
  1. Besuch bei den Einheimischen im Tal der Ammeln: Tafraoute ist das Zentrum des „Tal der Ammeln“. Diese sind eine Berbergruppe der Chleuh, die in den umliegenden kleinen Bergdörfern verstreut lebt. Die Ammeln heiraten ausschließlich endogam – somit bleiben sie unter sich, weshalb es auch keinem Fremden (der nicht im Tal der Ammeln geboren wurde) erlaubt ist, in dieser Gegend Haus und Hof zu kaufen. Der Reichtum der Ammeln spiegelt sich in ihren Häusern und Höfen wider. Die Möglichkeit einer Einladung in ein Haus der Ammeln wird dies bestätigen: hinter den undurchdringlich erscheinenden Mauern verbergen sich Reichtum, Schönheit und Stolz.
  2. Chapeau de Napoléon: Ein Ausflugsziel in Agard-Oudad, in der direkten Umgebung 3 km von Tafraoute  entfernt, ist der so genannte „Chapeau de Napoléon“ (Napoleonshut) – ein sehr seltsam geformter Felsen. Bei der Besteigung dieses Felsens kann man, vorbei an Mauerresten längst verlassener Häuser, von seinen Hängen ein wunderschönen und interessanten Ausblick über die umliegenden Dörfer, Gärten und Felder genießen.
  3. Fest der Mandelblüten: Im Februar findet in Tafraoute das „Fest der Mandelblüten“ statt. Wenn die Mandelbäume in der ganzen Gegend zu blühen beginnen, scheint die gesamte Region wie gemalt. Anlässlich dieses Ereignisses haben die Bewohner ein eigenes Fest ausgerufen, welches natürlich auch Gäste in die Region locken soll.
  4. Die Blauen Steine: Der belgische Künstler Jean Vérame, hat unweit der Straße südlich von Agard Oudad (3 km von Tafraoute entfernt) riesige, von der Erosion rundgeschliffene Granitblöcke mit leuchtend bunten Farben angemalt – die „Blauen Steine“. Ein Spaziergang zu den Steinen lohnt sich, allerdings sind diese zum Teil auch wieder von anderen Künstlern übermalt worden.
  5. Maison Traditionelle: Im Ort Ousmenat liegt das kleine Museum in einem Berberhaus, das die traditionelle Architektur eines 400 Jahre alten Hauses der Ammeln zeigt. Es gibt eine Ausstellung von Alltagsgegenständen und man erfährt mehr über die Traditionen der Bewohner des Tals. Imosant ist auch die weiße Moschee des Nachbardorfs.

Anreise nach Tafraoute

Tafraoute ist über eine ausgebaute Straße von Agadir (166 km, 3 – 4 Stunden), von Sidi-Ifni (180 km, 3,5 bis 4 Stunden) oder Tifnit von der Atlantikküste aus zu erreichen. Der schöne Wegstrecke führt vorbei an offenen Landschaften, Steinwüsten und Wadis.

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